"Morbus-PC"

"Morbus PC":

Neue Krankheit unserer Zeit

Sehr geehrte Betroffene,

in meiner Praxis-Arbeit als Physiotherapeut, Osteopath und Heilpraktiker mit unterschiedlichsten Menschen, begegnete mir ein neues Krankheits-Bild mit typischen Symptomen, das signifikant mit der Stundenanzahl, die mit der Arbeit am PC verbracht wird, sich in seiner typischen Ausprägung verstärkt. Ich empfehle diesen typischen Symptomen-Komplex "Morbus PC" zu nennen.

Worum geht es?

Es geht um die praktische Erkenntnis und Erfahrung, dass ein neues Krankheits-Bild mit typischen Symptomen und systemischen Krankheits-Zeichen durch die regelmäßige Nutzung des PC in sitzender, oder stehender Tätigkeit entstanden ist, die ich "Morbus PC“ nennen möchte.

Was ist die zentrale Frage?

Gibt es eine typische Krankheits-Dynamik und ein spezifisches Krankheits-Wesen bei dieser Krankheit, die bei regelmäßiger PC-Arbeit die betroffenen Menschen zunehmend kränken? Und welche typischen Symptome und Langzeit-Folgen treten dabei auf? Welche fundierten Therapien sind effektiv?

Betroffene sind v.a. Menschen zwischen ca. 30 und 65 Jahren. Diese zeigen typische und ähnliche Symptomen-Komplexe in der Anamnese, Inspektion, Palpation und Funktions-Prüfung.

Diese sind:

Typische Schulter-Nacken-Verspannungen mit evt. ausstrahlenden Spannungs-Kopfschmerzen und Fehl-Haltung der HWS. "Thoracic-Outlet"-Syndrom mit Einengung der Arterien, Venen, Lymph-Bahnen, die in die Arme und in die Hände ziehen, oder von dort kommen, mit Symptomen der Blut-Mangelversorgung des Armes und der Hand (kalte, eingeschlafene oder kribbelnde Hände, trophische [ernährende] Störungen), sowie Stauungen des Lymph-Rückstromes aus dem Arm, und Irritationen des Plexus Brachialis, mit entsprechenden Nerven-Läsionen, wie Taubheits-Gefühle, Parästhesien, Schmerzen und Muskel-Schwächen in Armen und Händen in verschiedenen Ausprägungs-Graden.

Weiterhin haben auffällig viele dieser PatientInnen BSP (Bandscheiben-Vorwölbungen), oder BSV (Bandscheiben-Vorfälle) im Hals-WS-, und/oder Lenden-WS-Bereich mit Schmerzen, die evt. in die Gliedmaßen ausstrahlen (radiculäre Beschwerden). Später können sich Knie-,oder Hüft-Arthrosen durch die vermehrte, relativ unbewegte, sitzende Haltung einstellen und sich Haltungs-Schäden, wie Hals-WS-Hyperlordose, Rund-Rücken, oder Hohl-Rundrücken mit entsprechenden Beschwerden zeigen. Der Bildschirm mit der LED-Beleuchtung führt auffällig oft zu Fehl-Sichtigkeiten, Retinopathien und Macula-Degenerationen mit zunehmendem Alter der PC-ArbeiterInnen:

Blaues Licht kann Makuladegeneration fördern: Um weißes Licht zu erzeugen, mischen LED-Lampen blaues und gelbes Licht. Das blaue Licht kann die Hornhaut ungehindert passieren und Entzündungsprozesse in der Makula auslösen. In diesem Bereich der Netzhaut sitzen die farbempfindlichen Sinneszellen am dichtesten beieinander. Blaues Licht führt zur Überproduktion eines Eiweißstoffes, der eine Kettenreaktion auslöst, die zum Tod der Sehzellen führt. Dadurch kommt es zu einem Verlust des Sehvermögens. Blaues Licht schädigt außerdem Pigmentzellen der Netzhaut. Durch beschleunigte Alterungsprozesse produzieren die Zellen vermehrt Abfallstoffe (Lipofuszine), die wiederum die Sehzellen schädigen.
Eine Makuladegeneration erkennt der Augenarzt an bestimmten Ablagerungen und dunklen Flecken auf der Netzhaut. Die Krankheit ist nicht heilbar und tritt meist altersbedingt auf. Blaues Licht beschleunigt den Prozess vor allem, wenn das Auge dem Licht ungeschützt ausgesetzt ist - also zum Beispiel beim Fernsehen oder bei der Arbeit am Bildschirm. Ein erster Schutz gegen die Macula
-Degeneration am Bildschirm kann sein, das Display auf "Nachtmodus" oder "Blaufilter" einzustellen um den Blau-Anteil der LEDs zu verringern. Eine lebendige Grün-Pflanze neben dem Monitor/Display, die regelmäßig zur Erholung der Augen angeschaut wird, erfrischt das Sehvermögen.

Durch die Fehl-Haltung im Sitzen werden auch die Verdauungs-Organe eingeengt und führen vermehrt zur Mal-Digestion (Verdauungsstörung), Obstipation (Verstopfung) und dem Meteorismus (Blähungen).

Weiterhin tritt die zunehmend bekannte „Semi-Somnia“ als chronische Erschöpfung auf, die zu einem "Burn-out"-Syndrom führen kann.

Das Krankheits-Wesen des "Morbus PC" kann den betroffenen Menschen aushöhlen, erschöpfen und eine seelische Leere hinterlassen. Diese will dann mit äußeren Eindrücken erfüllt werden, mit oft starken Außen-Reizen und Extrem-Erlebnissen um ein intensives Selbst-Gefühl zu erzeugen und wieder zu gewinnen. Zusätzlich zwingt das Krankheits-Wesen die menschliche Gestalt durch die Anordnung des Bildschirms, der Tastatur, des Schreib-Tisches und Büro-Stuhles in eine un-ergonomische Haltung, die zu einseitigen, abbauenden Belastungen und spezifischen Symptomen (siehe oben) führen kann.

Therapie-Ansätze können auf verschiedenen Ebenen eingreifen und das Krankheits-Bild "Morbus-PC“ bessern oder gesunden:

Zum einen erfordern die Krankheits-Zeichen physiotherapeutische und osteopathische Interventionen, gegen die Fehl-Haltungen, Schmerzen, WS- und Gelenk-Schäden, sowie Verdauungs-Störungen (viscerale Osteopathie). Oft bedarf es einer medikamentösen und/oder auch homöopathischen Intervention, als Schmerz-Behandlung, oder zur Unterstützung der Vital-Prozesse, sowie der Behandlung der "Semi-Somnia" und des "Burn-out". Sinnvoll erscheinen auch Wahrnehmungs-Schulungen v.a. für die eigene ergonomische Haltung am Arbeitsplatz, Bewußtseins-Bildung für Vital-Rhythmen (sinnvolle Pausen, Aufbau der Körper-eigenen Kräfte, schonen der eigenen Ressourcen), sowie im Sinne der Methode der "MBSR" (Mindfulness Based Stress Reduction) des Jon Kabat-Zinn (Body Scan, körperliche Entspannungs-Techniken und evt. Meditationen), die die Stärkung der Achtsamkeit, des Gewahr-Seins und der Stress-Reduktion fördern, entsprechend der Aspekte der "Salutogenese" (siehe Therapie&Salutogenese). Oder ein "MASL"/"MSA"-Training zur ICH-Stärkung (="MSA") und Selbst-Führung (="MASL") und, wenn nötig, zur Verhaltensänderung (siehe "MASL&MSA"). Ausgleichs-Sport und gesunde Aktivitäten in natürlicher Umgebung mit natürlichem Licht und eine adäquate "Augen-Schule", können die Schwächung der Augen ausgleichen und die Vital-Kräfte erholen und stärken. Weitere Therapie-Möglichkeiten sind denkbar und bestimmt hilfreich.

Abschließend ist zu betonen, wie wichtig die Bewußtseins-Bildung für die Erkrankungs-Risiken durch neue künstliche und digitale Technologien ist, um diesen Risiken entgegen zu wirken, ohne auf die wichtigen Fortschritte dieser modernen Technologien zu verzichten.



Zum Schmunzeln eine kleine Evolutions-Reihe der Arbeit